Mut zur Lücke

La… en …ie …uhig mal was a… s.
Sei …n S… doch mal un…… v… rlässig.
Geb… Sie den a… der…. die Ch…nce …inen

per….. nlichen Beitr…… zu leis… en.

Gegenstände, die mit Absicht unvollkommen, unvollständig oder vergänglich sind, gelten in der ZEN Tradition als besonders schön und anregend. Wabi-Sabi nennt man dies.

Manchmal ist es sogar eher hinderlich, alles richtig machen zu wollen. Kontrollzwang vermehrt oft Unordnung und Chaos und verhindert Fortschritt und Erfolg.

Sagen Sie Ja zum Menschsein, anstatt zu versuchen, die wirklichkeitsfremde Perfektion zu erreichen. Genauso ist es ein Irrtum zu glauben, wir könnten nicht im Unrecht sein, wenn wir Recht haben. Dazu später mehr.

Wie der Herzschrittmacher, so wurden in den letzten Jahren viele Maschinen umgebaut, um menschlicher und impulsiver zu sein, so wie wir. Das alles geschah, während wir noch versuchten zu funktionieren, wie unsere Maschinen.

Chaos ist Leben

Wer weiß schon, warum er gerade, wenn alles so schön routiniert läuft, stolpert?

Vielleicht steckt ein Gesetz dahinter, ein höherer Sinn, der uns leider verborgen ist?

Was oder wer erregt Ihre Aufmerksamkeit?

Warum übersehen wir manchmal das Offensichtliche?

Was passiert hier jetzt gerade?

Das sind die Fragen, die uns achtsam auf das Leben einstimmen, die Kraft im Jetzt.

Passend zu diesem Text, den ich vor etwa zehn Jahren verfasst habe, stelle ich fest:

Gerade heute morgen ist mir persönlich passiert, dass ich einen wichtigen Termin im Kalender, im wahrsten Sinne des Wortes, verpeilt habe, was mich so sehr aus der Fassung gebracht hat, dass ich mich unterwegs dafür selbst übelst beschimpft und mit schlechter Stimmung bestraft habe. Bei näherer Betrachtung ist das ein heutzutage völlig sinnloses Verhaltensmuster. Es liegt mir eigentlich fern, dachte ich, eine Art der Selbstkasteiung. Sie sehen mich den Kopf über mich selbst schütteln, angesichts dieses mittelalterlichen Spektakels, was mein Verhaltensmuster in dieser Situation zeigt.


Fazit: in der Begegnung mit unseren Fehlern kann die Erkenntnis stattfinden, wenn man so will. Und ja, ich will. Bei aller Liebe zur Verlässlichkeit und zum Pflichtgefühl, wo bleibt da die Freundlichkeit im Umgang mit mir selbst? Bei diesem martialischen Muster der Selbstbestrafung auf der Strecke, soviel ist sicher.

Demnächst ist die Selbstakzeptanz und eine realistische Einschätzung insgesamt dann auch mit in den Blick zu nehmen. Ich mag dazu den Spruch:

Da haben wir eine Lage

Das lässt mich mit kühlerem Kopf erst einmal wohlwollend sondieren. Ein solcher Moment will hinterher dann gut durchdacht sein, damit wir wissen woran es lag. Wir wollen immerhin vermeiden, dass uns so etwas noch einmal passiert. Im Grunde können wir uns am Ende also bedanken, für unsere Versehen, unsere Tollpatschigkeit, unser Missgeschick.

Was aber ganz sicher nicht ausser acht gelassen werden sollte, ist, Momente des Versagens, so nenne ich das hier mal im Allgemeinen, finden vor einem Hintergrund statt, haben einen Rahmen, ereignen sich in einer Sachlage. Und darüber Aufschluss zu bekommen kann erheblich helfen, in Zukunft umsichtiger zu handeln.

Nichts findet im luftleeren Raum statt. Auch unsere zwischenpersönlichen Begegnungen nicht. Und so straucheln wir miteinander durchs Leben, während wir beladen sind, mit Dingen und Projekten, Gedanken, Anliegen und Aufgaben, für die wir uns verantwortlich sehen. So belastet durchs Leben stolpernd, treten wir einander auf den Schlips, auf die Füsse oder gehen einander auf den Geist.

Es liegt vieles darin, wie wir selbst uns, andere und das, was sich zwischen uns verwirklichen lässt, wertschätzen und, ja auch, wie wir die Beiträge eines jeden bewerten.

Besonders gnadenlos sind wir manchmal mit uns selbst. Wir geben uns selbst am wenigsten Zeit. Die alltäglichen Dinge und Anforderungen haben für uns immer Vorrang.

Wertschätzung

Wertschätzung aber, ist ein Vorgang, der Zeit braucht. Es gibt stets viele Möglichkeiten, um Ereignisse und Taten zu bewerten. Die günstigste Lösung für das angenehme Miteinander, bringt die Einsicht, dass es immer auch anders sein könnte, als ich das wahrgenommen habe.

Zu erkennen, ich bin ein Mensch unter Menschen, tut gut. Es tut gut, den Satz zu hören:

Fehler sind menschlich

Das war gerade heute auch der glückliche Fall für mich. Ich bin so dankbar dafür, dass man mir heute nicht mein Versehen vorgehalten hat, sondern mir statt dessen Mitmenschlichkeit gespiegelt hat. Da hat jemand auch um sich und mich herum geschaut und mir dieses Zugeständnis gemacht, dass Scheitern in meinem alltäglichen Leben menschenmöglich ist.

Wir sehen uns, Manu Dillenburg-Lux