eingemauert, oder !?

Mitunter kommt es vor, dass man in zwischenpersönlichen Beziehungen, wie in einem Labyrinth umherirrt. Man versteht sich nicht und rennt manchmal aneinander vorbei. Da ist der Wunsch nach Kontakt spürbar, es bleibt jedoch oberflächlich. Gibt es dann plötzlich Situationen, in denen man sich begegnet, erscheinen sie einem zu aufdringlich, zu spontan, zu nah, um das Wichtige auf den Punkt zu bringen.

Ungünstiges Timing – gefühlvolles Tempo

Und dann, statt man sie zur Ansprache der schwierigen Empfindungen miteinander nutzen könnte, verspiegeln sie die Antworten wieder nur und führen doch nur in eine Sackgasse oder manchmal noch tiefer rein und vom Ausgang und der konstruktiven Verständigung mit dem Anderen weg.

Wir brauchen drei Dinge von beiden Seiten:

Verbindlichkeit

symbolische Sprache statt Agieren

und die Fähigkeit, Beziehung nicht nur zu wünschen. sondern aktiv mitzugestalten.

Zum Beispiel: Er sprach an, dass es ab jetzt einmal im Monat irgendwie etwas geben soll, wo das „WIR“ Raum bekommen soll. Diese Vorstellung wurde bislang nicht umgesetzt.

Diese nicht umgesetzte Wir-Zeit ist deshalb fast ein Symbol: Die Idee existiert, sie materialisiert sich noch nicht im Handeln.

Wie ist das mit der Beziehungsfähigkeit unter Belastung? Denn diese entscheidet, ob Menschen gemeinsam Entwicklung erzeugen können, oder ob einer der Partner dauerhaft die psychische Hauptarbeit der Beziehung übernimmt.

Ich frage mich: Warum bin ich überhaupt in dieses Labyrinth hineingeraten?

Meine Antwort: In der Hoffnung, dass sich jetzt tatsächlich ein reiferer gemeinsamer Raum stabilisiert.

Unsere Beziehung ist mir wichtig. Du bist mir wichtig. Ich denke viel nach, über das „Wir“, das wir sind und das „wir“ das wir sein könnten. Störe mich also nicht bei meinen tiefen Gedanken, denn dahinter verbirgt sich ein Bedürfnis, das ich mir dringend selbst klar machen muss.

Ich gebe dir Zeit für Deinen Weg. Und Gib mir Zeit für meinen Weg? Aber: Wie verlieren wir einander unterwegs nicht aus den Augen? Im besten Falle nehmen sich unsere Herzen noch wahr. Ich meine schon, dass das so ist. Deshalb, wie eben schon erwähnt, bin ich in dieses Labyrinth hineingeraten.

Wie finden wir nur den Zauber, der uns wieder aus dem Labyrinth führt? Wo ist der Raum, in dem wir das „Wir“ neu erfinden?

Mir scheinst du derzeit sehr stark mit der Organisation deines inneren Überlebens beschäftigt zu sein. Herzinfarkt, Depression, Helfersysteme, familiäre Verpflichtungen, Arbeit – das alles bindet enorme psychische Ressourcen.

Mehr Selbstbezogenheit, höhere Konfliktempfindlichkeit, weniger Mentalisierungsfähigkeit unter Stress und paradoxerweise manchmal auch weniger fähig zu sein, zu Gegenseitigkeit, obwohl Du das ja bewusst willst. Ich erkenne das alles an. Und wirklich, ich freue mich sehr darüber, das von dir zu wissen.

Aber: Mir geht es nicht darum, wie ich Dich noch besser verstehen kann.

Jetzt geht es mir vielmehr um die Frage: Kann zwischen uns beiden etwas entstehen, das größer ist als Deine Krise und größer ist, als meine Anpassungsgeschichte?

Ich möchte weder pathologisieren, noch bemuttern – aber auch nicht dauerhaft diejenige sein, die die strukturelle Reife der Beziehung trägt.

Ich möchte wieder Leichtigkeit und Freude am Miteinander und eine schöne Beziehung auf Augenhöhe. Brauchte es einen Zauberspruch dazu, dann wäre es dieser:

Inschrift am Tor von Moria

Sprich Freund und tritt ein.

Wir sehen uns, Manu Dillenburg-Lux