Auf meinem Desktop erscheinen random Naturbilder. Khao Phing Kan, eine etwa 20 Meter hohe Kalksteinformation in Thailand. Der Name bedeutet Hügel, die sich anlehnen. Und dieser eine Felsen, der aus dem Wasserspiegel herausragt, symbolisiert für mich jetzt sehr passend. Ich bin wieder soweit:
Menschen? Tiere? Pflanzen? Steine sind okay.
Dieser Felsen scheint so situativ, so kurzzeitig. Es gelingt ihm, mir einen menschlichen Moment zu symbolisieren, das Erleben einiger meiner Herzschläge vielleicht. Und doch steht er da sicher schon hunderte, wenn nicht tausende von Jahren im Meer.
Um meine Emotionen zu einer Begegnung an seiner Symbolhaftigkeit abzuarbeiten, dafür ist dieser Felsen echt gut geeignet. Mit ihm vor Augen, kann ich meine Gedanken sortieren und herunter schreiben, denke ich noch – da geht es hier schon weiter, mein Leben mit Menschen.
Augenrollen reicht nicht
So, erreicht jetzt die Begegnung von eben eine weitere Wendung und mit ihr wandeln sich auch meine Emotionen wieder.
Hier gehen also meine Erlebnisse weiter und auch jetzt passt die Symbolkraft der Felsen noch – als stünde ein Berg Kopf.
Auf die Spitze getrieben
Das bringt mich gerade wirklich zum Nachdenken. Was ich jetzt verzweifelt zu vermeiden versuche, ist, dass wir hier jetzt ins Streiten geraten. Es ist sowieso schon verdammt heiß und während auch mein Temperament gerade hitziger wird, weil du weiterhin die Begegnung mit mir auf anderen Ebenen zum Thema suchst, lenkt mich das Bild dieses Felsen gut daran vorbei und bringt mich dazu, jetzt über mich und über uns mit Abstand zu schauen…Felsenberge, die sich anlehnen, ich muss innerlich lachen. Das ist gut.
Widerstände
Alles ist jetzt besser, als in mein übliches Streitmuster einzusteigen. Meinen Widerstand, den ich sehr deutlich spüre, möchte ich, wenn möglich heute mal konstruktiv für mich nutzen. Ich bin bereit dabei auch über Umwege zu gehen.
Umweg auch, ich bete: Gib mir Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und Kraft, Dinge zu ändern, die ich beeinflussen kann. Danke, egal, Hauptsache es hilft.
Nein, danke, ich möchte nicht tanzen
Was in all dem liegt, ist heute, einen Tag später, klarer denn je. Ich habe nicht eindeutig genug gesagt, dass ich sofort eine Auszeit und Abstand brauche. Für meinen Gesprächspartner nicht klar genug gemacht, dass mir die Nähe miteinander jetzt gerade mal wieder für mein Wohlbefinden zu viel ist. Es ist mir in meiner Angelegenheit dann dringend notwendig, deutlich zu kommunizieren: nein und lass sein.
Ich tanze gern. Nur eben jetzt nicht.
Es ist deshalb unter anderem so schwierig, weil die bessere Verständigung aus meiner Sicht nur durch mehr persönliche Klarheit kommen kann. Und dafür brauche ich einen möglichst ungestörten Freiraum. Tja, aber da sind genau in dem Moment wohl seine Bedürfnisse im Weg.
Schwierig, sich miteinander abzustimmen und auszuhalten, dass zwei Partner manchmal sehr verschiedenes beieinander suchen… und finden.
Meine persönliche Suchrichtung ist also auch einmal mehr, zu schauen, womit ich mich vom Gesprächspartner immer wieder aufs Parkett ziehen lasse. Ganz abgesehen davon, worin seine Lust besteht, immer mal wieder ein Tänzchen mit mir herauszufordern.
Symbolkraft steckt heute auch in der Aussage;
Wir sind ganz im Gegenteil. Wie diese Felsformation in Phuket, Khao Phing Kan, thailändisch für: die sich anlehnen.
Wir sehen uns. Manu Dillenburg-Lux