Weitertanzen

Wenn zwei Menschen miteinander leben, brauchen sie oft dasselbe:

gesehen,
verstanden,
zwischen den Zeilen gelesen werden.

Beide wollen es gut machen.
Es gibt einen gemeinsamen Plan,
eine Richtung,
eine Vorstellung davon,
wie es gehen könnte.

Und dann beginnt der Tanz.

Der eine kennt die Schritte
und konzentriert sich darauf,
sie richtig zu setzen.

Der andere kennt die Richtung
und schaut trotzdem in den Raum.

Die Musik ist da.
Die anderen sind da.
Die Bewegung ist da.

Und manchmal wird es schwierig.

Manchmal geht es so:

Der Blick richtet sich immer stärker
auf den anderen.

Auf seinen Schritt.
Auf seinen Fehler.
Auf das, was er anders macht.

Aus Bewegung wird Gegenbewegung.
Aus Tanzen wird Anstrengung.
Aus Anstrengung wird Krampf.

Und manchmal geht es anders:

Die Schwierigkeit ist da.

Der Tanz stockt.

Und dann hebt sich der Blick.

In den Raum.
Zur Musik.
Zur Bewegung.
Zu allem, was noch da ist.

Der Plan bleibt.

Aber er muss nicht jeden Schritt bestimmen.

Die Richtung ist noch da.
Und plötzlich gibt es wieder Möglichkeiten.

Ein anderer Schritt.
Eine andere Bewegung.
Ein gemeinsames Weiter.

Vielleicht ist das Flow.

Nicht weil alles leicht ist.

Sondern weil die Schwierigkeit
nicht entscheidet,
wie der Tanz weitergeht.

Die beiden tun es.

Gemeinsam.